
Das ist Annika.
Annika ist zufrieden in Langen. Alles läuft prima. Schule: kein Problem. Sportverein: auch easy. Freundinnen: klar - Berrit, Rieke, Lotte, und viele Mädels mit denen Annika gerne spielt. Das einzig nervige Problem einer jüngeren Schwester ist und bleibt der ältere Bruder und daran ändert auch der neueste Plan der Eltern nichts - wenn er auch sonst alles - wirklich alles - über den Haufen wirft!
Die wollen nach Schweden. Die wollen - die müssen nicht - die wollen!
Und das nicht nur für drei Monate oder so, sondern für zwei Jahre, damit alle auch richtig schön Schwedisch lernen...
Toll, und was sagen die Kinder dazu?
Zu sagen, dass sie es blöd finden, ist geschmeichelt, aber es hilft ja nichts. Annika muss mit. Nils natürlich auch!
Allerdings dürfen die Kinder nach dieser großen Entscheidung dann aber ordentlich mitentscheiden und das beschert Annika sogar eine Woche Sonderurlaub. Im November fährt man zu viert nach Schweden und besichtigt Häuser. Papa hat nicht so viel Zeit, weil er auch mit seinem neuen Arbeitgeber in Göteborg reden muss, aber Annika, Nils und Mama besichtigen Häuser. Massenhaft und am Ende gefällt allen Vieren das Haus am besten, das es jetzt auch geworden ist. Glück gehabt! Denn wie man in Schweden Häuser kauft, ist ungewöhnlich und ein Kapitel für sich.
Dann war es soweit, der erste Abschied rückte langsam näher. Am 24. Januar machte die Klasse 4a von der Sonnenblumenschule eine Präsentation zum Sachkundethema "Ritter". Frau Schösser und die Kinder hatten alle Eltern eingeladen und eine tolle Präsentation vor vollem Haus - es waren wirklich alle gekommen - gezeigt. Am Ende wurde Annika von ihren Freunden und Klassenkameraden verabschiedet. Das war echt Klos-im-Hals-und-Träne-im-Knopfloch-mäßig!
Annika hat ein tolles Heft bekommen, das von den Kindern der 4a gestaltet worden war. Jede und jeder hatte eine Kleinigkeit für Annika geschrieben und ein Bild dazugeklebt. DANKE Jutta! DANKE 4a!
Am 25. Januar war Annikas letzte Versammlung in der Sonnenblumenschule. Die Versammlung ist eine tolle Veranstaltung, die jede Schule haben sollte. Alle Kinder treffen sich in der Aula und ein Kind moderiert eine Show von etwa 30-40 Minuten, die aus Beiträgen von Schülern besteht. Erstklässler tragen zum Beispiel kleine Gedichte vor oder Jungs aus den vierten Klassen machen Breakdance - alles was die Kinder mit Engagement machen, ist gewünscht und wird vom Publikum bejubelt. Und Annika durfte diese letzte Versammlung leiten. DANKE Sonneblumenschule!
Dann hieß es Kofferpacken
Mama blieb noch einige Tage länger zu Hause, um den Umzug der Möbel zu organisieren. Annika, Nils und Papa reisten schon am 27. Januar im Auto los. Im Gepäck war auch Lilli, aber das ist eine eigene Geschichte. Die Meerschweinchen waren auch dabei, doch den beiden Einfaltspinseln hat die Reise nichts ausgemacht. Die Beiden bleiben ja immer in ihrer gewohnten Umgebung.
Zwischenstopp war bei den Dresels, aber leider mussten alle schon vor dem Aufwachen weiterfahren. Also keine Zeit zum Spielen und Faxen machen. Und dann ging's weiter in Richtung Fähre. Fast wie im Sommerurlaub - nur mit einem anderen Gefühl in der Magengegend.
Endlich sind die ersten sechs in Schweden angekommen (Annika, Nils, Papa, Lilli, Sanja und Pauline). Sie kommen in ein völlig leeres Haus. Das ist ein komisches Gefühl. Aber einige wenige Sachen hatten sie ja schon im Auto. Die Tiere! Annikas Blumen! Schlafen mussten sie allerdings erstmal auf Isomatten und in Schlafsäcken.
Annika wird zum Küchenchef
Am 30. Januar haben die Drei dann die Mama am Bahnhof in Mölndal abgeholt. Inzwischen war auch der Lastwagen samt Anhänger in Mölnlycke angekommen. Jetzt ging das Chaos los. Überall standen Kisten. Überall liefen Möbelpacker rum. Gemütlicher wurde es nicht wirklich - nur voller.
Der 4. Februar war Papas erster Arbeitstag. Nils und Annika hatten schon wieder eine Woche Sonderurlaub und sollten auch am 4. anfangen. Das war den Beiden ganz recht... Allerdings war der Rektor von Annikas Schule, mit dem Mama bereits im November telefoniert hatte, völlig überrascht über Annikas Kommen, so dass Annika noch einen Tag Aufschub bekam und bis dahin mussten wir und er noch einiges regeln.
Annika macht Schule
Das mit der Schule ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt. Vorbildlicherweise gibt es in Schweden Schwedischkurse für alle "Einwanderer" - egal ob Asylant oder Annika. Also sollte Annika zwar eigentlich in die Schule, aber andererseits auch in den Schwedischkurs. Mhhh. Wie macht man das? Also reden wir mit der einen Schule und mit der anderen, an der der Schwedischunterricht stattfindet. Und nach drei bis vier Gesprächen ist die Lösung gefunden. Annika geht morgens für drei Stunden in den Schwedischkurs, reist dann per Schultaxi zur anderen Schule und macht da noch ein paar Stunden normalen Unterricht mit. Erst mal in der dritten Klasse, da alle Kinder von 1998 in der dritten Klasse sind. Daran gibt es nichts zu rütteln. Allerdings darf Annika jetzt - nach den Osterferien doch "springen" und in der vierten Klasse weitermachen.
Dank Toini und Monika, den beiden Lehrerinnen vom Schwedischkurs, ist Annika jetzt auch schon ganz fit in Schwedisch. Jetzt muss sie sich nur noch trauen, mal loszureden und sich vielleicht selber ein Eis zu kaufen...
Annika steht auf Rasen
Ab März wurde es langsam wohnlich im Skogsvägen. Die Kisten waren zu 90% ausgepackt und die restlichen 10 % standen vorerst in der Garage, wo sie nicht störten. Annikas größte Freude allerdings ist der Garten, denn der hat schlappe 1300qm und ist damit absolut fußballtauglich. s.u.
Das nächste Projekt, das Annika sogar zusammen mit ihrem Lieblingsbruder Nils durchzieht, ist: Das Baumhaus.